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Schottland - Reisebericht
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Pure.Dead.Brilliant
SCHOTTLAND 20.-29.07.2007
Reisebericht von Melanie Weinberger
Freitag,
20. Juli 2007: Wir (7 Frauen in 2 Autos) machen
uns auf die Reise ins grüne Schottland. Eine kleine Unachtsamkeit
bringt uns irrtümlich an den ungarischen Grenzübergang
Nickelsdorf, durch ein geschicktes Manöver erreichen wir
jedoch rechtzeitig den Check-In am Flughafen in Bratislava. Wider
Erwarten müssen wir uns vor dem Besteigen des Flugzeugs sogar noch in
einer Menschenschlange einreihen. Im verregneten London, Stansted,
angekommen, überbrücken wir die Wartezeit auf
den Anschlussflug nach Glasgow. Beim Betreten schottischen Bodens
sticht er mir dann sogleich ins Auge: In pinker Schrift auf violettem
Untergrund prangt der Slogan des Flughafens vor meinen Augen:
„Pure.Dead.Brilliant.“ Ich finde den Slogan von Anfang an
sympathisch. Hinsichtlich der Bedeutung bin ich noch etwas im Zweifel.
Die Verwendung des Wortes „Dead“ im Zusammenhang mit einem
Flughafen scheint mir sehr gewagt zu sein. Nach kurzer Zugfahrt
erreichen wir Glasgow Zentrum. Die Räumlichkeiten unserer
Jugendherberge dort sind äußerst knapp bemessen. Die
Waschgelegenheiten sind - den Spuren nach zu urteilen - von Gästen sehr
häufig, vom Reinigungspersonal eher seltener frequentiert. Nach
einem Besuch in einem interessanten indischen Restaurant geniesse ich
die nächtliche frische Brise Glasgows. Im Pub nebenan klärt
uns ein nettes schottisches Pärchen darüber
auf, dass die Worte „Pure.Dead.Brilliant.“ soviel wie
oberaffengeil, extrem super bedeuten. Wir lassen daraufhin den Slogan
in den folgenden Tagen immer wieder unermüdlich in unsere
Konversationen einfließen. Zurück in der Jugendherberge hieve ich
mich vorsichtig in das Obergeschoss des aus statischer Sicht sehr
abenteuerlichen Stockbettes. Ich träume meinen ersten Traum auf
schottischem Boden. Der nächste Tag beschenkt mich mit einer
wunderschönen Zugfahrt von Glasgow nach Fort William, das weiter
im Norden von Schottland liegt. Der Zug bahnt sich seinen kurvigen Weg
durch eine pflanzenreiche Hügellandschaft. Für lange
Strecken sind die Zugschienen der einzige Hinweis darauf, dass schon
Menschen vor uns in dieser atemberaubend schönen weiten Landschaft
gewesen sind. Eine angenehme Ruhe macht sich in mir breit. Einige
Stunden später in Fort William angekommen, besteigen wir den
Autobus nach Kinlochleven. Die rasante Fahrweise des Buslenkers auf der
meinem Gefühl nach „falschen“ Straßenseite ist
beeindruckend, die Landschaft noch viel mehr. Im kleinen Ort
Kinlochleven finden wir sie gleich: die Blackwater Hostel, die sich
sofort als geniale Unterkunft für die kommenden Tage herausstellt.
Nachdem wir die Zimmer bezogen haben, machen wir einen Spaziergang zu
einem Ort etwas abseits der Herberge und nehmen uns Zeit, um anzukommen
und alles, was uns ab diesem Zeitpunkt hinderlich sein könnte,
abzulegen und an diesem Ort zu lassen.
In den darauffolgenden Tagen gehen wir weite Strecken zu Fuß,
teilweise in strömendem Regen, teilweise gewärmt vom Licht
der Sonne und immer begleitet von den überall präsenten
Gewässern Schottlands. Wir setzen uns auf unterschiedliche Weisen
mit dem Thema Träumen auseinander. Wir lernen Möglichkeiten
kennen, unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen zu
erträumen und zu spüren, dass jede einzelne von uns die
Gestalterin ihres Lebens ist. Wir treten mit den Elementen und den uns
umgebenden Energien in Kontakt. Es ist für mich eine Zeit der
Auseinandersetzung mit alten und neuen Seiten an mir. Ich lerne meine
Kraft besser kennen und neue Formen, sie einzusetzen.
Von dieser Reise komme ich bereichert zurück. Bereichert durch
neue Perspektiven auf mein Leben, die sich durch die Arbeit und die
Erfahrungen auf dieser Reise aufgetan haben. Bereichert durch die
Gespräche mit den Frauen, die mich auf dieser Reise begleitet
haben. Bereichert durch die Eindrücke der atemberaubenden
Landschaft und Stimmung Schottlands. Und bestärkt in dem
Gefühl, auf meinem ureigenen Weg zu sein. Das gemeinsame Arbeiten,
das Lachen, die exquisiten Karamellkekse und die täglichen
Sandwiches; die Gipfel, die wir erklommen haben, das Quatschen des
moorigen Bodens unter meinen Füßen, die frische Morgenluft,
der Wind, der uns oft begleitet hat und nicht zuletzt das rollende R
der SchottInnen (Hi girrrls!) – es gibt so viele Eindrücke,
die ich nicht missen möchte und die mich seither begleiten. Obwohl
die zehn Tage für mich wie im Flug vergangen sind, kommt es mir
jetzt vor, als hätte ich eine lange Zeit an diesem Ort verbracht. Immer
wieder tauchen Situationen auf, die ich während der Zeit erlebt
habe und die mich zum Nachdenken bringen, die mir Kraft geben oder mich
zum Schmunzeln bringen. Abschließend bleibt - für den Fall,
dass es jetzt noch nicht alle bemerkt haben - nur noch eines festzuhalten:
„Scotland is pure dead brilliant!“
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