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Insel KRK - Beschreibung
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Reisebericht unserer Gruppenreise nach Krk (2005):
Treffpunkt
war im Institut Frauensache um 5 h Früh (!). Es waren insgesamt 9
Frauen aus unterschiedlichen Alters- und Berufsgruppen in 4 Autos
unterwegs, Nach einigem Umpacken konnte es gegen 6 Uhr dann endlich
losgehen. Die Fahrt gestaltete sich ohne Zwischenfälle mit Ausnahme
eines Staus in Slowenien, der uns aber nicht die allgemein gute und
erwartungsvolle Stimmung verderben konnte. Am Nachmittag gegen 3
erreichten wir endlich unser Ziel, einen Vorort von Baska.
Rasch wurden die Zimmer bezogen, das Nötigste ausgepackt und umgepackt
und schon waren wir wieder unterwegs, um eine kleine Wanderung in den
nahegelegenen Bergen zu unternehmen. Nach kurzem Anstieg erreichten wir
eine Felsterrasse mit einem herrlichen Ausblick auf das Dorf, das Meer
und auf die umliegenden Inseln. Wir sangen ein paar Lieder in der
Abendsonne und hielten eine Gesprächsrunde über die Befindlichkeit und
über die Erwartungen, die wir an diese Reise hatten, ab.
Die Frauen berichteten über ihre momentane Situation, über die
Stimmung, die sie mitbrachten und was sie erleben oder lernen wollten.
Ein Aspekt, der allen wohl wichtig war, war, sich in einer Gruppe zurechtzufinden und sich auf andere einzulassen.
Ein Aspekt, der ganz sicher nicht an letzter Stelle kam, war , einfach Spaß zu haben in der Gruppe.
Wir ließen den langen Tag in einem gemeinsamen Essen in einem der stimmungsvollen Restaurants ausklingen.
Am nächsten Tag ging es schon um 5 Uhr früh los, um den Sonnenaufgang
zu beobachten. Wir fuhren mit den Autos zum Fuß eines Hügels, den wir
gemeinsam im frischen Morgenwind bestiegen, um dieses Naturschauspiel
mitzuerleben, die Insel zu unseren Füßen und außer uns gab es nur jede
Menge Schafe, die sich da an dem herrlich duftendem wild wachsenden
Salbei labten.
Zwei Frauen aus unserer Gruppe (eine
davon war ich), wurden in einen Steinkreis geführt, der sich am Gipfel
des Hügels befand und wir wurden von Andrea angewiesen, eine rituelle
Haltung einzunehmen, bis die Sonne aufgegangen war. Die restlichen
Gruppenmitglieder verteilten sich auf einer Wiese knapp unterhalb des
Gipfels und feierten ebenfalls ein Begrüßungsritual, indem sie die Arme
der aufgehenden Sonne entgegenstreckten und dabei mit den Füßen auf der
Stelle traten, wobei die Arme mit der Sonne hochgehalten werden sollten
und auch die Bewegungen der Beine mit steigender Sonne immer höher
werden sollten.
Es war ein sehr bewegendes Erlebnis,
an diesem besonderen Platz die Sonne zu begrüßen und wir spürten ein
starkes Gefühl der Verbundenheit.
Wieder zurück im
Quartier gab es endlich Frühstück und wir rüsteten uns für die nächste
Exkursion in die Berge mit reichlich Sonnenschutzcreme und Wasser aus
Wir bestiegen wieder einen der Berge (Andrea allein weiß, welchen), was
angesichts der schon recht beachtlichen Temperaturen relativ
anstrengend war. Wir erreichten ein Plateau und fanden inmitten dieser
Steinwüste, die nur von einigen unverwüstlichen Gräsern bewachsen war,
einen von einer Steinmauer umrandeten Platz, der wie ein Garten auf
mich wirkte, mit blühenden Akazien und von Gras bewachsen. Auch dieser
Platz beherbergte, wie fast jeder auf dieser Insel, einige Schafe. Dort
hielten wir eine gemeinsame Rast. Dann wurden jeder von uns von Andrea
ein Platz zugewiesen und eine Aufgabe, über die wir nachdenken
sollten., passend zur persönlichen Geschichte.
Ich
sollte mir über die unendliche Liebe der Natur Gedanken machen, weil
für mich zu diesem Zeitpunkt Liebe annehmen zu können ein Thema war.
Eine Teilnehmerin hatte die Aufgabe erhalten, über den Unterschied von Gefühl und Emotion nachzudenken.
Wir erhielten einen Zeitrahmen von ca. 2 Stunden.
Ich muß gestehen, ich bin vor Erschöpfung kurz eingeschlafen. Als ich
munter wurde, standen die Schafe vor mir und betrachteten mich
neugierig.
Anschließend wurde in der Gruppe
reflektiert, welche Gedanken wir in dieser Zeit hatten und zu welchen
Ergebnissen wir gekommen waren.
Eine andere
Teilnehmerin erhielt später die Gelegenheit, zu lernen, sich fallen
lassen zu können und Vertrauen in andere Menschen zu gewinnen. Sie
durfte in der Gruppe bestimmen, welche Aktionen sie brauchen würde, um
das zu empfinden.
Sie wünschte sich, mit dem Kopf
nach unten von einem Ast zu hängen und dabei von den anderen gesichert
zu werden. Schließlich wurde ihr wieder vom Baum heruntergeholfen und
sie durfte eine Weile das Gefühl auskosten, sich in den Armen der
Anderen fallen zu lassen.
Wir haben auch über
Interaktionen von Gruppenteilnehmerinnen gesprochen und reflektiert,
welche Gefühle das bei den anderen Frauen ausgelöst hat.
Schließlich machten wir uns nach ca. 6-stündigem Aufenthalt an diesem
wunderbaren Ort wieder auf den Heimweg und jede von uns hatte das
Gefühl, daß sehr viel passiert war und daß sich sehr viel bewegt hat an
diesem Nachmittag.
Am Samstag zogen wir nach einem
ausgiebigen Frühstück wieder los, vom Strand aus gings wieder bergauf,
diesmal in bewußt langsamen Tempo. Wir sollten das Tempo unserer
Schritte an die Atemfrequenz anpassen. Zwei von uns erhielten wieder
eine Aufgabe, die sie im Gehen erfüllen sollten und es wurde ihnen
außerdem Schweigepflicht auferlegt. Ich war eine den Zweien und ich muß
sagen, daß es mir angenehm war, mich voll auf meine Aufgabe
konzentrieren zu können Durch das langsame Gehen konnte ich aber auch
sehr viel von der herrlichen Umgebung wahrzunehmen. Es wurde mir
bewußt, daß der Weg auch das Ziel sein kann und ich genoß es, Bäume,
Pflanzen, Insekten und Vögel zu beobachten,
Temperatur wahrzunehmen, den eigenen Körper zu spüren und den intensiven Geruch der Nadelbäume zu riechen.
So erreichten wir wieder ein Plateau, das von vielen Steinmauern
durchzogen war, wieder machten wir schließlich Rast an einem schattigen
Platz, diesmal in einem Kiefernwäldchen. Nach einer kurzen
Gesprächsrunde ging es weiter und wir kamen an einen steilen Abhang
über einer wunderschönen Bucht, die man nur mit dem Boot oder eben zu
Fuß erreichen konnte. Ein schmaler Weg führte in Serpentinen hinunter
und wir mußten jeden Schritt aufmerksam und sicher setzen.
Schließlich gelangten wir nach langer Wanderung in das kleine
Restaurant in der Bucht, wo uns schon zwei Teilnehmerinnen erwarteten,
die die lange Wanderung nicht mitmachen wollten. Wie wir von ihnen
erfuhren, waren die Einheimischen sehr erstaunt und zeigten ihre
Bewunderung, daß es noch dazu eine Gruppe von Frauen auf sich genommen
hat, einen solchen Weg zu wählen.
Es war ein
wichtiger Aspekt dieser Wanderung, Anstrengungen und körperliche
Entbehrung auf sich zu nehmen und damit ein Stück Selbstvertrauen zu
gewinnen, den eigenen Willen zu spüren, eigene Grenzen zu
überschreiten, Spannungen zu lösen und nicht zuletzt auch eine mentale
Reduktion auf das Wesentliche zu erleben.
Wir hatten
dann Gelegenheit, uns im frischen Meer abzukühlen und von dem
köstlichen Käse, der dort in der Umgebung hergestellt wird, zu essen.
Schließlich erschien unser Motorschlauchboottaxi pünktlich und brachte
uns wieder zurück nach Baska. Wir beschlossen, den halben Sonntag noch
für eine Exkursion zu einer unbewohnten Insel zu nutzen. Wie verabredet
trafen wir unseren Motorboottaxifahrer im Hafen und er setzte uns in 2
Fahrten über zu der Insel. Der Wellengang war relativ rauh an diesem
Tag und das Boot hüpfte mehr als es fuhr . Man mußte sich schon gut
festhalten und es war ein Spaß für uns alle.
Auf der
Insel wanderten wir wieder ein Stück dem Meeresufer entlang, bis wir zu
einer kleinen Bucht kamen, wo wir ins Wasser gehen konnten. Es gab eine
Schafherde und eine verlassene Unterkunft für Schafe, die auf mich
allerdings wenig appetitlich wirkte . Wir bauten uns ein Sonnendach aus
den mitgebrachten Strandtüchern, jeder mußte ein Schuhband liefern und
so gelang es uns, uns selbst in dieser unwirtlichen Landschaft
gemütlich einzurichten.
Wir nutzten die Zeit für eine
Konfrontation, da am Vortag ein Konflikt zwischen zwei Teilnehmerinnen
entstanden war, den die Beiden im Beisein der Gruppe und unter Andreas
Leitung lösen wollten., was auch gelang und was für beide
Teilnehmerinnen persönliche Erkenntnisse brachte. Schließlich hielten
wir eine abschließende Gesprächsrunde mit Reflexionen über die
gemeinsame Zeit ab.
Was die Teilnehmerinnen mit nach
Hause nehmen konnten, war, sich in einer Gruppe geborgen zu fühlen,
gegenseitigen Respekt zu üben, die eigene Persönlichkeit und das eigen
Verhalten in der Gruppe zu erleben, manche Hintergründe für Handlungen
zu erkennen, seinen Platz in der Gruppe zu finden, Fähigkeiten zu
entdecken, Verständnis zu haben für Handlungen und Gefühle Anderer,
über seine Grenzen hinauszugehen, Solidarität und Verbundenheit zu
erleben, Respekt vor der Natur zu haben, sich zu besinnen, das
Wesentliche zu sehen und nicht zuletzt einfach wunderschöne Tage und
viel gemeinsames Lachen und viel Spaß..
Zum Schluß gingen wir noch ein letztes Mal ins Meer schwimmen, sehr vorsichtig allerdings, denn es gab jede, Menge Seeigel.
Zurück gings wieder mit dem Schlauchboottaxi, packen,
noch die Wasserflaschen an einer Quelle füllen und ab Richtung nach Hause.
Wir beschlossen noch spontan, bei einem Restaurant Halt zu machen, das
an einer schönen Bucht lag, und so konnten wir gemeinsam diese sehr
anstrengenden, aber auch sehr schönen und erkenntnisreichen Tage
ausklingen lassen. Die Heimfahrt gestaltete sich komplikationslos und
wir erreichten Wien gegen 2 Uhr morgens leicht erschöpft, aber guter
Dinge und voller Dankbarkeit für Andreas Engagement, diese Reise so
wundervoll vorzubereiten (sie ist alle Strecken vorher abgegangen),zu
leiten und zu begleiten.
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